Es gibt viel zu tun…

Stellwerk Ds Vorderseite geöffnet

Widerstandsmessung zwischen Nottaste B1 und Gehäuse des Stellwerks D-Bach Süd

Geöffnete Rückseite des Stellwerks D-Bach Süd

Geöffnete Rückseite des Stellwerks D-Bach Süd

Schaltplan der elektromechanischen Stellwerke

Schaltplan der Zustimmungsanforderung und Festlegung der elektromechanischen Stellwerke

Eigentlich wollte ich endlich mal die lose Farbe von der Decke im Relaisraum des Lehrstellwerkes holen, aber natürlich kam es anders. Bei einer Vorführung an den beiden elektromechanischen Stellwerken von D-Bach habe ich eine Nottaste gedrückt. Ein Signal kann normalerweise nur von dem Stellwerk aus auf Halt gestellt werden, welches für den jeweiligen Bezirk zuständig ist. In einem Notfall kann es jedoch nötig sein auch Signale anderer Stellwerke schnell auf Halt zu stellen. Für genau diesen Fall gibt es die Nottasten, eine pro Signal. Bei normalen Vorführungen werden diese nicht benutzt und offensichtlich hatte eine der Tasten bereits ein paar Kontaktschwierigkeiten die sich zu einem handfesten Wackelkontakt entwickelt haben. Dies fiel natürlich nicht gleich auf sondern erst bei der nächsten Vorführung. Zu allem Überfluss hat sich dann auch noch die für diesen Schaltkreis zuständige Sicherung verabschiedet, allerdings auf eine Art und Weise dass man dies ihr von aussen nicht ansehen konnte. Durch die Struktur der Schaltung ist dieser Schaltkreis aber, trotz defekter Sicherung, nicht spannungsfrei. Dies ergibt interessante Effekte bei der Störungssuche.

Falls sich jemand an dem Schaltplan versuchen möchte: es handelt sich um die Taste „NT b1/2“ rechts oben und die Sicherung 3.06. Diese ist zwei mal eingetragen, die gemessene fremde Spannung kommt vermutlich von der Bahnhofswiederholungssperre die sich rechts im Schaltplan befindet. Und wer Lust auf eine Quizfrage hat: wo ist der sicherheitskritische Fehler in der Schaltung für Signal A in der Mitte im Bild? Als „Belohnung“ winkt Arbeit im Lehrstellwerk.

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2 Antworten auf Es gibt viel zu tun…

  1. Harm Mischer sagt:

    Hallo,
    sehr interessanter Stellwerkswagen. War dort vor einiger Zeit und hat mich wirklich fasziniert. Mir wurden alle Fragen mit Geduld beantwortet. Aber eine Frage wollte ich damals stellen, habe aber irgendwie nicht dran gedacht: Wozu sind die kleinen Knöpfe oder Taster zwischen den blauen Weichenknebeln da?
    Gruß

    • ASo sagt:

      Das ist die sogenannte Weckerunterbrechertaste. Wenn eine Weiche gestört ist, also nicht mehr den Stellaufträgen des Weichenhebels folgen kann, wird die Überwachungsscheibe oberhalb des Weichenhebels rot. Gleichzeitig fängt der Überwachungswecker der Weichen an zu klingeln. Nun stellt der Wärter den Weichenhebel in die Stellung, in der sich die Weiche befindet, schaltet draußen am Antrieb den Motor ab und bringt eine Hilfssperre am Weichenhebel an. Diese drückt gleichzeitig auf die Weckerunterbrechertaste und schaltet damit für diese Weiche den Wecker ab.

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