Triebwagen Nr. 2.09

Nummer 2 / 2.09
Typ MAN-Schienenbus
Hersteller Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN)
Baujahr 1957
Fabriknummer 143407
Frühere Bahngesellschaft PIE / AKN
Länge über Puffer 16,20 m
Achsfolge A'1'
Radstand 9,0 m
Masse 18410 kg
Motor MAN D1246 M2T1U
Leistung 150 PS
Höchstgeschwindigkeit 90 km/h
Bremsen KE / Handbremse
Sitzplätze 1. Klasse -
2. Klasse 58
Klappsitze 8
Stehplätze 45
Ladefläche 4 m2
Zuladung 8400 kg
Beleuchtung elektrisch (Leuchtstoffröhren)
Heizung Kühlwasser / Webasto

Nach dem zweiten Weltkrieg zwang die zunehmende automobile Konkurrenz zur weiteren die Verdieselung der Neben- und Privatbahnen in Deutschland. Schienenbusse der Firmen Uerdingen und MAN ermöglichten für etliche Jahre den gegenüber dampflokbespannten Zügen kostengünstigeren Betrieb dieser Strecken, teilweise sind die Schienenbusse aus den 1950ern auch heute noch im Einsatz.

Von 1955 bis 1969 wurden 39 Trieb-, 18 Steuer- und 3 Beiwagen mit zum Teil technischen Abweichungen von der MAN gebaut. Während die DB am früher entwickelten Uerdinger Schienenbus festhielt, schien einigen Privatbahnen der MAN-Typ unter anderem wegen besserer Laufeigenschaften auf schlechtem Gleis geeigneter. Von den 60 gebauten Wagen waren immerhin 26 im Norden Hamburgs im Einsatz: bei der Alsternordbahn 4 VT und 3 VS, bei der AKN 12 VT und 7 VS.

Der selbsttragende stählerne Wagenkasten war ursprünglich mit Trennwänden in drei Räume unterteilt: Raucher, Nichtraucher und Traglasten. Die Führerstande sind nicht von den Einstiegsräumen abgetrennt. Ein Abortraum ist noch vorhanden, dieser ist aber nicht mehr bestückt. Durch Druckluft zu schließende Falttüren, Außenspiegel und eine Lautsprecheranlage ermöglichen den sparsamen Einmannbetrieb. Mit der ursprünglich vorhandenen Vielfachsteuerung konnten Züge aus mehreren Trieb- und Steuerwagen gefahren werden, andererseits können wegen der Verwendung von Regelzug- und stoßvorrichtungen auch ein oder zwei Güterwagen angehängt werden.

Unser Fahrzeug wurde 1957 zu einem Preis von DM 180.000,- an die Peine-Ilseder Eisenbahn geliefert und mit der Nummer 2 in Dienst gestellt. Der Triebwagen wurde 1969 an AKN verkauft als Behelfslösung für erhöhten Wagenbedarf, obwohl er wegen abweichender Getriebebauart nicht mit den anderen AKN-Wagen steuerbar war. Nach dem Verkauf an unseren Verein (11.12.1976) kam der Wagen auf der Museumsbahn bis zum Fristablauf im Dezember 1979 zum Einsatz.

Nach einer Laufleistung von etwa 1.500.000 km in rund 20 Jahren war der Wagen eigentlich am Ende seiner geplanten Lebensdauer angekommen. Insbesondere mußten zahlreiche teilweise bisher nur notdürftig geflickte Karosserieschäden gründlich beseitigt werden. Die begonnene Hauptuntersuchung im Lokschuppen Aumühle mußte zugunsten älterer, historisch wertvollerer Fahrzeuge aufgeschoben werden, in den letzten Jahren konnte der Wagen jedoch zumindest äußerlich als AKN-Triebwagen hergerichtet werden.